Was besagt der DK - Wert?
Der DK-Wert ist eine Messgröße für die Sauerstoffdurchlässigkeit von Kontaktlinsen.
Der DK-Wert wird vor allem durch Material und auch etwas von der Temperatur einer Kontaktlinse beeinflusst. Der DK-Wert wird dabei an einem Materialstück mit 1cm³ Größe gemessen.
Viel wichtiger für die biologische Verträglichkeit ist der Wert für die Sauerstoffdurchlässigkeit (DK) in Relation zur Linsenmittendicke (L) der Kontaktlinse, der DK/L-Wert.
Dieser wird oft auch als DK/t-Wert angegeben, wobei hier das t für thickness (engl. Dicke) steht.
Da beim reinen DK-Wert keine Referenz zur Linsendicke angegeben werden muss, eignet sich der DK/t (oder auch DK/L)-Wert besser, da dieser den DK-Wert mit der Mittendicke einer Linse mit -3,00 dpt. festlegt.
Nur so kann der daraus entstehende DK/t-Wert zu vergleichen herangezogen werden.
Ein hoher Wert (über DK/t 90) steht für eine gute Sauerstoffversorgung
der Hornhaut - im Gegensatz zu einem niedrigen Wert (Dk/t 30).
Leider kann man sich nicht nur nach den Werten richten, für eine
gute Sauerstoffversorgung kommen noch andere Faktoren wie vor allem der
Wassergehalt oder auch die Form des Kontaktlinsenrandes. Ist dieser
recht “kantig” geformt, kann es dazu kommen, daß die Tränenflüssigkeit
bei einem Lidschlag quasi “abgesteift” wird und nicht hinter die
Kontaktlinse gelangen kann.
Da man diese Dinge nicht messen kann, bleibt der DK/t-Wert die wichtigste
Angabe für die Sauerstoffversorgung. Man sollte sich daher vor allem an diesem orientieren.
Das Bild steht für “Klassische” Hydrogel-Kontaktlinsen

Klassische Hydrogel-Kontaktlinsen und Silikon-Hydrogellinsen im Vergleich der Sauerstoffdurchlässigkeit abhängig vom Wassergehalt

Wassergehalt, DK-Wert und Linsendicke hängen voneinander ab. Auch
bei einem höheren Wassergehalt kann mehr Sauerstoff transportiert
werden, nur ist die Kontaktlinse durch den geringeren Materialanteil in
sich weniger stabil. Genauso steht es mit der Linsendicke. Mit
abnehmender Stärke der Kontaktlinse nimmt auch die Stabilität ab.
Damit sie für den Träger trotzdem handhabbar bleibt, muss das Material
also dicker sein. Durch die höhere Dicke wird der Sauerstofftransport
behindert und der DK/t-Wert schließlich verringert.
Mit den um das Jahr 2000 aufkommenden Silikon-Hydrogellinsen kam der Durchbruch zur optimalen Sauerstoffversorgung der Hornhaut.
Bis zu diesem Punkt konnte man die Versorgung mit Sauerstoff bei
weichen Linsen mit DK/t-Werten von höchstens 40 nicht optimal nennen.
Durch den zusätzlichen Einsatz von Silikonkautschuk zum konventionellen Kunststoff für weiche Kontaktlinsen wird nunmehr bei den neuen Silikon-Hydrogellinsen ein DK/t-Wert um 100 und höher (zum Beispiel DK128 mit den Biofinity) erreicht. Durch Werte in dieser Höhe bleibt die dauerhafte Sauerstoffversorgung der Hornhaut garantiert. Daher kann man einige Silikon-Hydrogellinsen auch über Nacht im Auge behalten.
Wie bei allen Kontaktlinsen gilt auch für Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen (insbesondere beim "über-Nacht-tragen") der Hinweis, unbedingt beim Augenarzt oder Optiker anpassen und regelmäßig nachkontrollieren lassen!
Silikon-Hydrogellinsen sind z.B.:
Acuvue Oasys
Air Optix Aqua
Biofinity
Pure Vision & PureVision 2 HD
Bildquelle: optic-clavadetscher.ch
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