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Kontaktlinsen beim Sporttauchen

Wassersport ist besonders im Sommer und zur Urlaubszeit eine äußerst beliebte Freizeitbeschäftigung. Das Surfen, Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen wirft aber bei fehlsichtigen Menschen auch immer die Frage nach der Sehkorrektur auf. Geht es ohne Brille und Kontaktlinsen? Ist eine Schwimm- beziehungsweise Taucherbrille mit geschliffenen Gläsern die richtige Wahl oder sollte man sich doch lieber für Kontaktlinsen entscheiden - und wenn ja für welche?

Die Antwort hängt ein wenig von der individuellen Sehstärke und den Tragevorlieben ab. Vielen Tauchern kommt die andere Brechung des Lichts unter Wasser entgegen, die Dinge deutlich größer erscheinen lässt. Wer nur eine leichte Fehlsichtigkeit hat, kann häufig den Anblick der fantastischen Unterwasserwelten ganz ohne Sehhilfe genießen und muss erst an Land wieder zur Brille greifen.
Bei ausgeprägten Sehschwächen ist dies aber keine Option. Da bleibt die Entscheidung zwischen Brille und Kontaktlinsen unumgänglich.

Wer partout keine Kontaktlinsen mag, der bleibt selbstverständlich bei der Brille. Natürlich kann man sich Schwimm- und Taucherbrille auch mit optischen Gläsern anfertigen lassen, allerdings stellen sich dabei einige Probleme. Erstens sind die Anschaffungskosten vergleichsweise hoch und zweitens bleibt die Sicht über Wasser fraglich, wer möchte schon mit aufgesetzter Taucherbrille am Strand herumlaufen, bis die eigenen Sachen mit der normalen Brille erreicht sind.
Und wenn sich die Sehstärke ändern sollte, kann man die extra angefertigte Brille nicht mehr nutzen.

Kontaktlinsen im Vorteil?

Deshalb ist neben dem grundsätzlichen Vorteil der Kontaktlinsen, die die Fehlsichtigkeit direkt am Auge korrigieren und somit eine bessere Umsicht frei von Verzerrungen garantieren, auch die Flexibilität und durchgängige Einsetzbarkeit zu nennen. Hier ist kein Brillenwechsel nach dem Auftauchen notwendig.

Dennoch haben viele Sportler Bedenken, beim Tauchen Kontaktlinsen zu tragen. Dabei basieren die meisten Vorbehalte gegen Kontaktlinsen beim Schwimmen und Sporttauchen auf falschen Annahmen.

Tauchen mit Kontaktlinsen


 

Was spricht gegen Kontaktlinsen?

 

Prinzipiell spricht jedenfalls nichts gegen das Tragen von Kontaktlinsen beim Schwimmen und Tauchen. Chlor- und Salzwasser haben keine schädigenden Auswirkungen auf die Linsen.
Auch beim Fluten der Taucherbrille ist die Verlustgefahr relativ gering, denn normalerweise schließt der Taucher ohnehin aus Reflex die Augen, wenn das Wasser in die Brille eindringt, anschließend kann man einfach die Augen nur leicht öffnen, um sicher zu gehen, dass die Linsen nicht verloren gehen.
Oft äußern Taucher die Befürchtung der stärkere Druck unter Wasser - besonders in tieferen Tiefen - könnte dazu führen, dass die Linse zu stark auf das Auge gepresst wird. Diese Sorge ist unberechtigt, denn unter der Tauchermaske und damit auch in der Tränenflüssigkeit wirkt der Druckausgleich.

Weiche oder harte Kontaktlinsen?

Grundsätzlich besteht natürlich die Gefahr, dass die Linsen aus dem Auge gespült werden. Diese Gefahr ist bei harten Kontaktlinsen höher als bei weichen. Weiche Kontaktlinsen schwimmen nicht auf dem Tränenfilm, da sie sich stärker an das Auge anschmiegen und bis unter die Lider reichen. Deshalb ist auch die Gefahr von Luftbläschen zwischen Linse und Auge, die die Sicht beeinträchtigen können, bei weichen Linsen geringer.

Weiche Kontaktlinsen eignen sich also viel besser als harte. Besondere Fehlsichtigkeiten können allerdings nur harte  (oder auch formstabile) Linsen ausgleichen, wenn überhaupt.
Einfache Sehschwächen mit oder ohne Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) können ohne weiteres mit weichen Kontaktlinsen ausgeglichen werden.

Tageslinsen, Wochenlinsen oder Monatslinsen?

Taucher, die ständig Kontaktlinsen tragen nutzen wohl am häufigsten Monatslinsen. Denn für den täglichen Bedarf kommt man mit Monatslinsen am günstigsten.
Etwas hygienischer sind Wochenlinsen, denn trotz regelmäßiger Pflege baut eine Kontaktlinse über die Zeit ab und nimmt so auch schneller Schmutzpartikel auf. Oftmals reissen Monatslinsen durch die Beanspruchung in den letzten Tagen der Tragedauer. Daher kann sich der Wechsel zu Wochenlinsen durchaus lohnen, wenngleich diese finanziell intensiver sind.

Leider fängt die Linse ab dem Moment an abzubauen, an dem diese aus der Verpackung genommen wurde. Somit kann man auch Kontaktlinsen mit längerer Tragedauer (Monatslinsen) trotzdem nur innerhalb dieser Frist tragen. Durch ein pausieren verlängert sich die Tragedauer nicht!

Daher greifen im Allgemeinen sehr viele Sportler mit Sehschwäche auf Tageslinsen zurück. Diese kann man bei Bedarf nutzen und danach entsorgen. Weiterhin entfällt die Verwendung von Pflegemitteln!
Und natürlich ist bei der eventuelle Verlust finanziell leichter zu verschmerzen.
Für Taucher (oder Sportler allgemein), die an einer Hornhautverkrümmung leiden, gibt es mittlerweile auch sogenannte torische Tageslinsen, die einen Astigmatismus (zusätzlich zur "normalen" Sehschwäche ausgleichen können.

Kontaktlinsen beim (Sport-)Tauchen können also in den meisten Fällen empfohlen werden. Der geneigte Taucher sollte sich bei einem Optiker über Möglichkeiten und Kontaktlinsen informieren und sich die für ihn richtige Kontaktlinse anpassen lassen.

Mehr über Gesundheitsthemen beim Tauchen gibt es im Taucher-Forum auf tacher.net.

 

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